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ReferentIn für Finanzen und Verwaltung KJW-Ost

   

>>> 4. Mose 20,1-13

Mirjam ist tot. Sie war eine Frau, die motivieren konnte und deren Freude ansteckend war. Ich muss bei ihr immer an die Szene denken, in der sie sich die Pauke schnappt und alle fangen an zu tanzen. Mirjams Tod und Begräbnis wird am Anfang des heutigen Bibeltextes nur kurz erwähnt. Doch ich finde es wichtig, denn mit Mirjam ist jetzt vielleicht auch ein Stück Hoffnung für die Israeliten gestorben, jemals aus dieser öden Wüste rauszukommen. Sie jammern und beschweren sich. Sie scheinen ihr Ziel aus den Augen verloren und vergessen zu haben, was alles war und wie wundervoll Gott bereits gewirkt hat.
Kennst du das Gefühl, nicht von der Stelle zu kommen oder dich ständig im Kreis zu drehen? Du hattest dein Ziel klar vor Augen, hast dafür gekämpft und gearbeitet und bist an deine Grenzen gegangen. Doch dann kamen die Zweifel. Nun siehst du nur noch Hindernisse und weißt gar nicht mehr so richtig, wofür du dich eigentlich anstrengst. Vielleicht fehlt dir jemand, der dich motiviert. So eine Art Mirjam, die auf die Pauke schlägt und was zum Tanzen bringt in dir; jemand, der oder die dich erinnert, dass es ein „Gelobtes Land“ gibt für dich. Etwas, das du für dich suchen und entdecken darfst; etwas, das dir entspricht.
Es ist menschlich, vergesslich zu sein. Trotzdem zeigt sich Gott immer wieder neu. Mich berührt seine große Geduld. Nach dem Begräbnis von Mirjam gibt Gott Mose und Aaron einen Auftrag: Sie sollen mit dem Felsen sprechen, damit Wasser daraus fließt, von dem alle trinken können. Mit diesem Zeichen wollte Gott sein jammerndes und murrendes Volk erinnern, dass er weiterhin da ist und für sie sorgt. Mose und Aaron machten es leider anders als sie sollten: Mose schlug mit seinem Stab gegen den Felsen, obwohl er nur mit dem Felsen sprechen sollte. Damit hat er Gottes Zeichen abgeschwächt und sich selbst in den Vordergrund gedrängt, weil er was „gemacht“ hat. Doch Gott selbst ist es, der sein Volk führen und leiten will. Gott ist es, der für sein Volk sorgt.
Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott in unserem Leben wirkt. Wir dürfen vertrauen, dass Gott uns das gibt, was wir brauchen. Ich finde das entlastend. Da braucht es nicht noch mehr. Ich muss nicht noch eins draufsetzen, um jemandem was zu beweisen. Ich muss auch nicht Gott beweisen. Ich darf vertrauen, dass er wirkt. Und ich darf das anderen zusprechen. Das ist schon alles. Mehr braucht es nicht.

Denise Huber (Pastorin), Bezirk Backnang